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Wild Cooking

Wildpflanzen in der Küche - leicht gemacht

Kräutertee aus Wiesenpflanzen. Sirup aus Löwenzahnblüten. Salz mit Brennnesselsamen. An dieser Stelle möchte ich euch in die Küche der Wildkräuterspezialitäten entführen.

Nach langer Vergessenheit finden Wildpflanzen nach und nach wieder ihren Weg in die Küche. Auch ich habe vor einigen Jahren damit begonnen, Brennnessel und Co. zu verarbeiten. Am Anfang fand ich es schwierig, die Wildkräuter in den Kochalltag zu integrieren. Deshalb habe ich mit ganz einfachen Gerichten begonnen. Zum Beispiel habe ich zum Kopfsalat Löwenzahnblätter, Giersch und Ringelblumenblüten serviert. So konnte ich langsam immer mehr wilde Pflanzen in die Küche holen. Diese Erfahrung möchte ich an euch weitergeben: Jeden Monat stelle ich hier ein Rezept vor, mit dem ihr auf einfache Art und Weise ein Naturprodukt selbst herstellen könnt. 

 

Vorsicht: Bitte verwendet nur Pflanzen und Pflanzenteile, von denen ihr sicher seid, dass ihr sie richtig erkennt, denn bei weitem nicht jede Pflanze ist essbar. Damit es zu keinen Verwechslungen kommt, gehe ich hier auch immer auf die Bestimmung der Pflanzen ein. Wer sich trotzdem nicht sicher ist, zieht bitte ein Bestimmungsbuch zu Rate oder lässt sich von jemand Fachkundigem beraten.


Jänner: Tee aus Fichtennadeln

In der Natur herrscht tiefer Winter, frische Kräuter sind derzeit Mangelware. Deshalb konzentrieren wir uns im Jänner auf Nadelbäume, hier insbesondere auf die Fichte. Aus Fichtennadeln lässt sich leicht ein wunderbar nach Wald schmeckender Tee herstellen. 

Rezept Fichtennadeltee

 1-2 kleine Fichtenzweige pflücken, am besten vom Zweigende

  • Die Zweige mit der Schere etwas zerkleinern, mitsamt den Nadeln in eine Tasse geben und mit kochendem Wasser übergießen
  • Etwa 10 Minuten ziehen lassen, dann durch ein Sieb gießen
  • Der Tee kann nun pur oder mit Honig gesüßt getrunken werden.

 

Der Fichtennadeltee kann in allen möglichen Varianten getrunken werden: Ob mit Honig gesüßt oder als Punsch mit Apfelsaft und Orangenschale zubereitet.


Die Fichte (Picea abies)

Eigenschaften und Inhaltsstoffe

Die Fichte ist bei uns fast überall zu finden. Nicht nur in Wäldern, sondern auch in Parks, Gärten oder entlang von Straßen wächst der Nadelbaum, der bis zu 60 Meter hoch werden kann. Ursprünglich war die Fichte nur im Mittel- und Hochgebirge verbreitet: Sie kam erst ab einer Höhe von 800 Metern vor und ist daher unempfindlich gegen Fröste. Bei großer Kälte lagert der immergrüne Baum vermehrt Zuckerverbindungen in seine Zellen ein - diese dienen als natürliches Frostschutzmittel.  Da die Forstwirtschaft den schnell wachsenden Nadelbaum aber sehr schätzt, wächst die Fichte inzwischen in fast allen Höhenlagen.

 

Bereits Hildegard von Bingen nutzte die Fichte als Heilmittel gegen Atemwegserkrankungen. Verantwortlich dafür ist der Hohe Gehalt ätherischer Öle. Einreibungen mit Fichtenpräparaten können gegen rheumatische Beschwerden helfen. Ob als Tee, Balsam oder als reines ätherisches Öl: Der typische Waldgeruch, der die Atemwege befreit, ist unverkennbar. 

 

Neben der Fichte kann man auch aus andere Nadelbäumen wie Tanne und Kiefer einen leckeren Tee zubereiten. Für die Unterscheidung zwischen Fichte und Tanne habe ich folgende Tabelle zusammengestellt.

Achtung: Die Eibe sieht der Tanne manchmal sehr ähnlich, ist aber sehr giftig. Daher bitte im Zweifelsfall ein Bestimmungsbuch benutzen. 

Unterscheidung zwischen Fichte und Tanne

Fichte

Nadeln: spitz, stechend, grün auf Ober- und Unterseite

 

Zapfen: Hängen am Baum, fallen als Ganzes zu Boden

 

Borke: Schuppig, Farbe rötlich (daher der irreführende Name "Rottanne")

 

Tanne

Nadeln: abgeflacht, weich, stechen nicht, Oberseite grün, Unterseite mit zwei weißlichen Wachsstreifen

Zapfen: Stehen aufrecht am Baum, reife Schuppen fallen einzeln herunter, die aufrechte Spindel bleibt zurück.

Borke: Meist glatt, Farbe hell-gräulich


Fichtenzweige (links) sind grün, spitz und piksen, Tannenzweige (rechts) sind weicher und haben auf der Unterseite zwei weiße Streifen
Fichtenzweige (links) sind grün, spitz und piksen, Tannenzweige (rechts) sind weicher und haben auf der Unterseite zwei weiße Streifen

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