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Von der Aussaat zur Jungpflanze: 6 Tipps für erfolgreiches Vorziehen von Kräutern und Gemüsepflanzen

Selbst Kräuter- und Gemüsepflanzen ziehen

"Im Märzen der Bauer die Rösslein einspannt...". Wer kennt es nicht, das Kinderlied, in dem soviel Wahrheit steckt, denn: Der März ist ein immens wichtiger Monat für die Landwirtschaft. Es gilt nämlich, alle Weichen so zu stellen, dass im Herbst eine gute Ernte eingefahren werden kann. Auch für Gärtner und Kräuterliebhaber gilt dies: Der März ist der optimale Monat für das Vorziehen von Kräutern und Gemüsepflanzen. Dazu gibt es tatsächlich eine riesige Fülle an Tipps und Tricks im Netz, in Broschüren und Büchern. Deshalb möchte ich euch in diesem Artikel die wichtigsten Faktoren zusammenfassen, auf die ihr achten solltet, wenn ihr selbst Pflanzen aus Samen vorziehen möchtet.

 

Warum zieht man Pflanzen selbst vor? Das Saatgut ist einerseits billiger, als später Jungpflanzen im Gartenmarkt zu kaufen. Außerdem kann man so auch Sorten anziehen, die es vielleicht nicht zu kaufen gibt. Ich habe mir beispielsweise letztes Jahr mehrere Königskerzen selbst gezogen, die jetzt in meinem Garten wachsen. Und noch ein wichtiger Punkt: Wer Kinder hat, sollte auf alle Fälle Pflanzen aus Samen ziehen, denn es gibt nichts Faszinierenderes als zu beobachten, wie daraus eine kleine Pflanze wächst.

1. Die Anzuchtgefäße

Wer sich in Gartenmärkten umschaut stellt fest, dass es ein schier endloses Angebot an Anzuchtgefäßen gibt. Von Steingut über Plastik bis hin zu Pappe.

Welches Material verwendet wird, ist dabei Geschmackssache. Bei der Auswahl der Größe sollte man darauf achten, dass das Pflanzgefäß relativ klein ist. Zwar müssen die Keimlinge dann umgetopft beziehungsweise vereinzelt (pikiert) werden, aber in kleineren Töpfchen entwickeln die Pflanzen kompaktere Wurzelballen. Eine Ausnahme bilden die Kürbisgewächse (Gurke, Zucchini, Kürbis). Diese Pflanzen vertragen das Umtopfen schlecht und sollten deshalb gleich in größeren Töpfen gesät werden.

 

Ich verwende für die Anzucht ausrangierte Joghurtbecher, die ich den ganzen Winter über sammle. Mit dem Akkubohrer bohre ich ein Loch an der Unterseite (dafür am besten einen Holzbohrer mit Spitze verwenden), damit das Gießwasser ablaufen kann und es nicht zu Staunässe kommt. Falls ihr Gefäße im nächsten Jahr wiederverwenden möchtet, solltet ihr die Töpfchen vor der Aussaat reinigen, da Keime vom vorigen Jahr drin sein könnten. 

 

Wer gerne bastelt findet auf der Seite von Wurzelwerk eine Ideensammlung, wie Pflanzgefäße selbst hergestellt werden können. 

2. Anzuchterde

Ein Samen ist mit allem ausgestattet, was er zur Keimung braucht. Deshalb ist Anzuchterde, die speziell für die Keimungsphase angeboten wird, nicht zusätzlich gedüngt. Zu viele Nährstoffe, vor allem Stickstoff, können die Keimung beeinträchtigen. Wer eigene Erde aus dem Garten zur Anzucht verwenden möchte kann die Erde zu je einem Drittel mit Sand und reifem Kompost mischen. Sobald die Jungpflanzen aber in größere Gefäße umgetopft werden, sollte man auf Erde mit höheren Nährstoffgehalt umsteigen.  

3. Wie tief kommt der Samen in die Erde?

Pflanzensamen in einem Töpfchen Erde
Tomatensamen kommen 1-2 cm tief in die Erde und werden anschließend bedeckt.

Beim Einbringen der Samen in die Erde müssen zwei unterschiedliche Strategien der Pflanzen beachtet werden:

Die Samen der Lichtkeimer brauchen, wie der Name schon sagt,  zur Keimung Licht. Das heißt, die Samen dürfen nicht oder nur ganz dünn mit Erde bedeckt sein. Hierzu gehören viele Kräuter, wie Zitronenmelisse, Beifuß, Bohnenkraut, Basilikum, aber auch  Salat.

Dunkelkeimer hingegen keimen in der Erde, das heißt, ihre Samen müssen gut mit Erde bedeckt sein. Dunkelkeimer sind die meisten Gemüsesorten wie beispielsweise Kohlrabi, Gurken, Erbsen und viele andere Sorten.

 

Auf den Samentütchen stehen oft Anweisungen, wie die Samen zu behandeln sind. Ich habe aber festgestellt, dass gerade bei Lichtkeimern oft keine Info draufsteht, deshalb findet ihr hier eine sehr gute Zusammenstellung über Aussaattiefe und Keimtemperatur von Kräutern und Gemüse.

4. Temperatur

Manche Samen lieben es warm, manche kalt. Alle aber keimen nur dann gut, wenn ihre Lieblingstemperaturen berücksichtigt werden. 

Hier zwei Beispiele: Salatsamen keimen bei Temperaturen zwischen 10° und 15°C. Im Frühling ist das ideal, man kann die Töpfchen in einen kühlen Raum oder sogar den Keller stellen und keimen lassen. Im Sommer wird es schon schwieriger, denn da ist es oft wärmer. 

Tomaten- und Paprikasamen brauchen es zur Keimung wärmer. Sie brauchen durchgängig Temperaturen zwischen 18°und 25°C. Sie kann man auf die Heizung, den Kachelofen oder bei Fußbodenheizung auch einfach direkt auf den Boden stellen. 

 

Infos, welche Temperaturen eure Pflanzensamen zur Keimung brauchen, findet ihr auf den Samentütchen. Es ist wichtig, sich damit zu beschäftigen, da ihr sonst vielleicht vergebens auf kleine Pflänzchen wartet.

5. Wasser

Ein Junge gießt frisch gesäte Samen
Die erste Zeit am besten mit einer Sprühflasche gießen

Wasser gehört zu den elementaren Dingen, die jede Pflanze und somit auch jeder Keimling braucht, um sich gut entwickeln zu können. Ein Keimling ist noch nicht in der Lage, Wassermangel zu ertragen, er stirbt sehr schnell ab. Deshalb ist es wichtig, die Anzuchttöpfchen während dieser Phase immer feucht (nicht tropfnass) zu halten. Am Anfang besprüht man die Kulturen am besten mehrmals täglich mit einer Sprühflasche mit Wasser. Später kann man dann zu richtigem Gießen übergehen. 

 

Sehr wichtig: Die Samen der Lichtkeimer sind zu Beginn sehr von Austrocknung gefährdet, da sie nicht mit Erde bedeckt sind. Hier kann man sich mit einer durchsichtigen Folie behelfen, die man darüber spannt, um die Feuchtigkeit zu halten.  

6. Licht

Pflanze unter einer LED-Pflanzenlampe, Wachstumslampe
Mit den LED-Pflanzenlampen erhalten die Pflanzen das richtige Lichtspektrum

Licht gehört wie Wasser und Wärme zu den Faktoren, die darüber entscheiden, ob sich die Jungpflanze gut entwickeln kann. Häufig werden Jungpflanzen auf dem Fensterbrett gekeimt, da das der Platz mit dem meisten Licht im Haus ist. Leider erwischen die Pflanzen aber oft trotzdem nicht genügend Licht, um wirklich kräftig und widerstandsfähig zu werden, die Lichtintensität in unseren Breiten reicht im Frühling dafür oft nicht aus. 

 

Abhilfe schaffen kann hier eine LED-Pflanzenlampe. Diese Wachstumslampen versorgen die Pflanzen mit genau dem Lichtspektrum, das sie für das Pflanzenwachstum benötigen und verbrauchen nicht viel Strom. Für die Photosynthese brauchen Pflanzen vor allem die rote und blauen Wellenlängen, deshalb bestehen viele Pflanzenlampen nur aus roten und blauen LEDs. Für das Wohnzimmer ist das nicht so optimal, besser ist es, die Lampe in einem separaten Raum zu betreiben. Ich habe für die Anzucht ein kleines Anzuchtregal aufgebaut, über das ich die Lampe hänge.

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