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Der Huflattich ist ein klassischer Frühjahrsblüher

Huflattich - ein Pionier

Wie kleine Sonnen leuchten die gelben Blütenköpfchen des Huflattich jetzt im Frühling an Wegrändern, Böschungen und auf Kies. Der Huflattich ist eines der ersten Kräuter, das nach dem Winter zu blühen beginnt und die Zeit der Frühblüher einläutet. Die Bienen werden von den strahlenden Köpfchen angelockt, obwohl der Huflattich keinen duftenden Nektar als Lockmittel besitzt - das strahlende Gelb der Blüten genügt den Bienen, um zur Nahrungsquelle zu finden. Der Huflattich ist eine typische Pionierpflanze (siehe unten). Er wächst an den kärgsten Stellen wie Kies, Schotter und Wegränder, die sonst noch unbewachsen sind. 

 

Huflattich ist ein Korbblütler

Der Huflattich gehört zur Pflanzenfamilie der Korbblütler. Bekannte Vertreter dieser großen Familie sind außerdem die Sonnenblume, das Gänseblümchen oder die Kornblume. Die Blütenköpfe dieser Pflanzen sind immer aus vielen einzelnen Blüten zusammengesetzt. Die männlichen Blüten der Korbblütler sind röhrenförmig und umfassen die Staubblätter, die den Pollen produzieren. Man nennt sie auch "Röhrenblüten". Weibliche Blüten, die Zungenblüten, haben einen Fruchtknoten mit Narbe, auf die der Pollen übertragen wird. Beim Huflattich befinden sich die männlichen Blüten - es sind etwa 30 bis 40 Stück - im Innern des Köpfchens. Sie sind umgeben von rund 300 weiblichen Zungenblüten, die am Rand stehen. Unter dem Köpfchen wachsen so genannte Hüllblätter. Sie umschließen das Köpfchen bei schlechtem Wetter. Die Blüten stehen auf einem schuppigen, aber blattlosen Stängel. Denn: Beim Huflattich erscheinen die Blätter viel später als die Blüten. Die Blätter sind lang gestielt und handgroß, entfernt erinnern sie an den Huf eines Pferdes, daher der Name "Huflattich".

 

Bestäubt wird der Huflattich von Bienen, Käfern und Schwebfliegen. Sie übertragen den Pollen auf die Narbe und sorgen so für die Befruchtung. Danach bilden die weiblichen Blüten kleine Früchte, die Achänen. Aus den gelben Blüten sind jetzt Pusteblumen geworden: Über der Frucht befindet sich ein Haar­kranz, der Pappus, durch dessen Hilfe die Frucht mit dem Wind verbreitet werden kann. 

 

Hausmittel bei Husten

Die Blüten, aber vor allem die Blätter des Huflattichs enthalten reizlindernde und entzündungshemmende Stoffe, die bei Husten helfen, allen voran Pflanzenschleime, Gerb- und Bitterstoffe sowie Flavonoide. Darauf weist auch der wissenschaftliche Name "Tussilago" hin: „tussis“ bedeutet Husten, „agere“ ist das lateinische Wort für vertreiben. Allerdings wurden in der Pflanze auch Spuren von leberschädigenden und krebserregende Pyrrolizidinalkaloide gefunden (vor allem in den Blättern), weshalb von einer dauernden Anwendung abzuraten ist.

 

 

Neben einem Hustentee kann der Huflattich auch in Honig eingelegt werden. Dabei wirkt der Honig als Auszugsmittel: Nach einigen Tagen sind die  Inhaltsstoffe vom Huflattich in den Honig übergegangen, die Pflanzenteile können dann abgesiebt werden. 

Botanik-Kids: Was ist ein Pflanzen-Pionier?

Als Pionierpflanze wächst der Huflattich oft an Wegrändern oder Böschungen.
Als Pionierpflanze wächst der Huflattich oft an Wegrändern oder Böschungen.

 

Wisst ihr, was ein Pionier ist? Ein Pionier ist ein Entdecker, jemand der bisher Unbekanntes entdeckt oder erlebt hat. Einer der bekanntesten Pioniere überhaupt ist Neil Armstrong, der am 21.7.1969 als erster Mensch den Mond betrat. Nikolaus Kopernikus ist ein Pionier der Wissenschaft: Er fand Mitte des 16. Jahrhunderts heraus, dass die Sonne im Mittelpunkt unseres Sonnensystems steht und nicht, wie man zuvor gemeint hatte, die Erde.

Doch nicht nur Menschen können Neues entdecken. Auch Pflanzen können als Pioniere neue Flächen und Ökosysteme „erobern“. Dabei kann es sich um Stellen handeln, auf denen andere Pflanzen nicht gut wachsen können, da hier wenig Wasser oder Nährstoffe zur Verfügung stehen. Dazu zählen zum Beispiel Wegränder oder Schutthalden. Es kommt aber auch vor, dass die bisherige Vegetation vernichtet wird, zum Beispiel durch einen Brand. Auch dann sind Pionierpflanzen die ersten, die sich die Natur zurück erobern.

Der Huflattich ist eine solche Pionierpflanze. Er wächst an Stellen, die bisher kaum von anderen Pflanzen bewachsen werden. Wegränder, Schottergruben oder unbebaute Grundstücke gehören zu den typischen Flächen, auf denen er sich wohlfühlt. Die Huflattich-Samen können auf diesen unwirtlichen Stellen schnell und effektiv keimen. So ist die Pflanze in der Lage, unbewachsene Orte zu „erobern“. Ein echter Pionier also.  


Steckbrief

Deutscher Name: Gemeiner Huflattich (Der Name weist auf die hufförmigen Blätter der Pflanze hin).

Wissenschaftlicher Name: Tussilago farfara

Pflanzenfamilie: Korbblütengewächse (Asteraceae)

Blütezeit: März - April

Inhaltsstoffe: Pflanzenschleime, Gerb- und Bitterstoffe, Flavonoide, Pyrrolizidinalkaloide

Mögliche Verwendung: Tee gegen Husten, Huflattich-Honig, verwendet werden vor allem die Blätter, aber auch die Blüten sind möglich

Besonderheiten: Die Blätter erscheinen erst einige Wochen nach der Blüte


Wichtiger Hinweis:

Wer Wildpflanzen selber sammeln und nutzen möchte, muss die Pflanzen unbedingt sicher erkennen können um eine Verwechslung mit giftigen Pflanzen auszuschließen. Bei Unsicherheit unbedingt von der Nutzung absehen oder vorher Expertenrat einholen. Die Informationen auf dieser Seite sind sorgfältig recherchiert. Dennoch übernehme ich keine Gewähr für Aktualität, Vollständigkeit und Richtigkeit der Inhalte. Die vorgestellten Hausmittel ersetzen in keinem Fall einen Arztbesuch. Die Anwendung erfolgt immer auf eigene Verantwortung.

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