· 

Jahresrückblick 2021: Spagat zwischen Homeschooling und Garten

2021 war ein Jahr voller Unwägbarkeiten für mich und meine Familie: Durch Corona gab es ein ständiges Auf und Ab. Schulen und Kindergärten waren mal offen, dann wieder geschlossen. Mit unseren vier Kindern war das eine der größten Herausforderungen des vergangenen Jahres. Daneben gab es immer wieder Quarantäne für die Kinder, was ebenfalls sehr schwierig war. Wie soll man mit der ständigen Unsicherheit umgehen? Das habe ich mich das ganze Jahr über immer wieder gefragt. Heute schwanke ich zwischen Frustration und dem Versuch, meinen Blick auf die vielen positiven Dinge zu richten, die natürlich auch geschehen.  

 

Und über eines dieser sehr positiven Dinge möchte ich jetzt in diesem Jahresrückblick 2021 berichten: Bereits 2020 habe ich den festen Entschluss gefasst, 2021 meinen Kräutergarten auszubauen und damit anzufangen, Kräuterprodukte selbst herzustellen und zu vermarkten. Und - um es vorweg zu nehmen - es hat geklappt: Ich habe jetzt verschiedene Sorten Kräuter-Sirup und Kräutertee-Mischungen in meinem Verkaufsregal stehen. 

 

Um das Kräuter-Projekt auf solide Beine zu stellen, habe ich einen online-Kurs bei Wurzelwerk gebucht. Hier ging es darum, den Garten natürlich zu bewirtschaften, denn ich habe mich dazu entschieden, auf chemischen Dünger sowie auf chemische Pflanzenschutz- und Insektenvernichtungsmittel zu verzichten. Außerdem habe ich gelernt, wie man unkompliziert und schnell Beete anlegen kann und wie man Schnecken ohne Schneckenkorn am besten bekämpft. All diese Themen sollten sich im Laufe des Jahres als sehr wertvoll herausstellen. 

Große Hilfe: Mein Sohn bei der Gartenarbeit
Große Hilfe: Mein Sohn bei der Gartenarbeit

Das große Graben

Wer einen großen Garten will, braucht gut strukturierte Beete. Deshalb habe ich im Frühjahr meine bereits bestehenden Beete mit alten Dachziegeln eingefasst. Der Hauptgrund dafür war, dass ich Hackschnitzel-Wege dazwischen anlegen wollte, um den Schnecken den Weg zu den Pflanzen so schwer wir möglich zu machen. Dabei kam mir der Lockdown wider Erwarten zu Hilfe, denn meine Kinder haben kräftig mitgearbeitet. Auf dem Bild seht ihr, wie mein Sohn gerade den Graben für die Ziegel aushebt. Auf diese Weise haben wir jetzt schön umrandete Beete für Marokkanische Minze, Apfelminze und Erdbeeren. Unser Jüngster hat übrigens seine eigenen Erfahrung mit diesen Erdarbeiten gemacht: Es war bereits dämmrig, als er nochmal in den Garten kam und - plumps - war er im Graben verschwunden. 

 

 

So sah der Garten 2020 nach dem Aufbau der neuen Hochbeete aus
So sah der Garten 2020 nach dem Aufbau der neuen Hochbeete aus

Neue Beete müssen her

Da ich zusätzlich viel Zitronenmelisse anbauen wollte, stand schnell fest: Der Platz reicht nicht, wir müssen noch weitere Beete anlegen. Auf einer Wiese ist das gar nicht so einfach, denn ich wollte die Grasnarbe nicht abgraben, das fand ich zu beschwerlich. So habe ich mich für das Kartonsystem entschieden, das ich auf der genialen Gartenseite von Wurzelwerk gefunden habe: Man legt dazu eine Lage Karton auf das kurzgeschnittene Gras und füllt darauf etwa 30 Zentimeter Erde. Das führt dazu, dass das Gras unter dem Karton abstirbt. Der Karton selbst zersetzt sich dann innerhalb einiger Wochen. Ich war gegenüber diesem System sehr skeptisch, ich konnte mir nicht vorstellen, dass der dünne Karton das sehr vitale Gras unterdrückt. Aber ich muss sagen: Es hat geklappt, diese Beete sind zwar nicht frei von Unkraut, aber es hält sich in Grenzen.

 

Bereits 2020 haben wir vier große Hochbeete gebaut, die sich sehr bewährt haben. Hier pflanze ich jedes Jahr verschiedenes Gemüse an: Neben Kohlrabi, Roten Rüben, Zucchini und Kürbis wächst hier natürlich auch alles, was in die Salatschüssel kommt. Für die Kräuterproduktion nutze ich die Hochbeete nur am Rande. Dill, Schnittlauch und Kapuzinerkresse finden dort ihren Platz. 

Unsere Hackschnitzel-Rallye
Unsere Hackschnitzel-Rallye

Hackschnitzel-Rallye 

Schnecken sind ja ein Thema, über das Gärtnerinnen und Gärtner 24 Stunden am Tag reden könnten, besonders im Frühsommer bei Regen. Um diesen Tierchen Herr zu werden, haben wir im Frühjahr Hackschnitzel zwischen unseren Beeten verteilt, vorher war hier Gras. Diese zu verteilen hat viel Spaß gemacht! Mein Mann hat uns eine ganze Ladung vor die Beete gekippt und die Kinder und ich haben sie mit allen Fuhrgeräten, die zur Verfügung standen, verteilt. Super Aktion! Es hat sich allerdings gezeigt, dass die Wege nur ein Teil der "Anti-Schnecken-Strategie" sein können. Im Frühsommer habe ich jeden Abend manchmal über hundert Schnecken vom Boden und aus den Hochbeeten herausgelesen. Es waren zwar deutlich weniger als im Jahr zuvor, aber um das Ablesen kommt man trotzdem nicht herum.

 

Hier genießt gerade ein Kaktus die Pflanzendisko
Hier genießt gerade ein Kaktus die Pflanzendisko

In der Pflanzendisko

Da ich im Frühjahr ziemlich viele Jungpflanzen benötige, ziehe ich die meisten davon selbst vor. Dieses Jahr habe ich zum ersten Mal nicht nur Gemüse- und Salatpflanzen selbst gezogen, sondern auch rund 40 Zitronenmelissen. Diese Pflänzchen waren am Anfang richtige Zicken: Die erste Aussaat wollte nicht keimen und das, obwohl ich mir alle Mühe gegeben habe. Melissen sind Lichtkeimer, das heißt, der Samen darf nur auf die Erde gestreut und nicht bedeckt werden. Gleichzeitig dürfen die Keimlinge aber keinesfalls austrocknen aber bei zu viel Feuchtigkeit schimmeln sie sofort. Kurz und gut - beim zweiten Versuch hat es geklappt. Nachdem ich wochenlang winzigste Pflänzchen hatte, habe ich zwischenzeitlich ein ganzes Beet voller Zitronenmelissen-Pflanzen, deren Blätter ich dieses Jahr zum ersten Mal zu einem erfrischenden zitronigen Sirup verarbeitet habe. 

 Ein weiteres Garten-Highlight war in diesem Frühjahr der Kauf einer sogenannten Pflanzenlampe. Häufig ist es im Haus für junge Pflanzen nicht hell genug, sie können sich dann nicht optimal entwickeln und bleiben oft kümmerlich. Eine solche Lampe versorgt sie mit genau dem richtigen Lichtspektrum - im Foto seht ihr den super Disko-Effekt. Das hat bei mir wirklich Wunder gewirkt: Die Keimung von  Gemüse- und Salatpflanzen, aber auch von Königskerzen und Malven hat super funktioniert. 

Hollersirup als Prototyp

Im Frühsommer war es dann soweit: Das erste Kräuter-Produkt konnte in Flaschen gefüllt und etikettiert werden: der Holunderblüten-Sirup. Dieses wunderbar nach Frühsommer schmeckende Getränk entstand wiederum mit der Hilfe meiner Kinder. Gemeinsam haben wir mehrmals die Blüten unseres Holunderstrauchs geerntet und in 10 Liter-Töpfen zu Sirup verarbeitet.

Es war ein tolles Gefühl, die ersten Flaschen mit eigenem Etikett in unser Verkaufsregal zu stellen. Im Laufe des Jahres sollten noch viele weitere folgen. 

Die Wildkräuterernte: Ein Abenteuer für sich

Neben Sirup stelle ich auch Kräuterteemischungen her. Dafür habe ich den ganzen Sommer über Kräuter aus dem Garten und der umliegenden Natur geerntet und getrocknet. So habe ich zusammen mit meinen Kindern einen Nachmittag am Waldrand verbracht, um Brennnesseln zu ernten. Die Kinder haben verständlicherweise bald aufgegeben und lieber Steinburgen gebaut, während ich mit Handschuhen bewaffnet den Brennnesseln zu Leibe gerückt bin. 

 

Auch Rotklee haben wir im Sommer gepflückt, der jetzt in unserem neuen Wohlfühltee" verarbeitet wurde. Zu dieser Zeit stand gerade das Gras in voller Blüte, leider leide ich unter Heuschnupfen. So habe ich den Klee dieses Jahr mit einer FFP2-Maske im Gesicht gepflückt - Corona sei Dank haben wir diese ja jetzt immer zur Hand. Leider habe ich von dieser Aktion kein Foto. Sehr schade!!

  

Lindenblüten gehören zu den Pflanzenteilen, die gerade im Winter gerne in Teemischungen verwendet werden, da sie gegen Infekte und Fieber helfen. Also habe ich mich aufgemacht, die Lindenbäume hier im Umfeld zu suchen, die man am besten ohne Leitern beernten kann. Fündig geworden bin ich am Zeller See. Die Äste dieser Bäume sind mit einem einfachen Hocker gut zu erreichen. Auf dem Schemel stehend bin ich mit vielen Spaziergängern ins Gespräch gekommen - Lindenblüten scheinen sehr bekannt zu sein.


Marketing und Kommunikation - auf Namensfindung

Angelikas Kräuterschätze - Wild & Kultiviert

Ich habe mich dazu entschlossen, meine Kräuter und Produkte unter dem Namen Angelikas Kräuterschätze herzustellen und zu vermarkten. Hier möchte ich euch erzählen, wie der Zusatz Wild & Kultiviert  entstand.

Ich habe bereits in der Schulzeit begonnen, mich mit Wildkräutern zu beschäftigen. Damals und auch während meines Biologie-Studiums war ich viel in der Natur unterwegs und habe jede Pflanze, die mir über den Weg gelaufen ist, im wahrsten Sinne des Wortes unter die Lupe genommen. Mit Hilfe eines Bestimmungsschlüssels habe ich alle Pflanzen bestimmt, die ich noch nicht kannte.  Damals stand der wissenschaftliche Aspekt der Pflanzen im Vordergrund, erst später habe ich begonnen, mich für ihre Anwendungen zu interessieren. Während eines Lehrgangs zur Kräuterpädagogin habe ich erfahren, wie viele Möglichkeiten es gibt, Wildkräuter zu verwenden. Mein wichtigster Aha-Effekt damals: Ein Drei-Gänge-Wildkräuter-Menü, das wir gemeinsam aus selbst gesammelten Kräutern gekocht haben. 

In meinen Kräuterprodukten werde ich also soviel wie möglich Wildkräuter verwenden. Gleichzeitig gibt es aber auch Gartenkräuter, die den Produkten einen wundervollen Geschmack geben, und auf die ich nicht verzichten will. Dazu zähle ich zum Beispiel Minze, Apfelminze und Zitronenmelisse. Auch Gewürzkräuter gehören in diesen Bereich. Deshalb kultiviere ich in meinem Garten eine Vielzahl an Kräutern, die ich ebenfalls in meinem Produkten verwende. Bei Angelikas Kräuterschätze geht es also "Wild & Kultiviert" zu. 

Wie entstand dieser Jahresrückblick?

Im November bin ich über die Challenge "Jahresrückblog" mit Judith Peters gestolpert. Da ich schon lange darüber nachgedacht habe einen Blog zu beginnen, habe ich mich kurzerhand angemeldet. Dass ich nun tatsächlich diesen Jahresrückblick geschrieben habe und zum Anlass nehme, einen Blog zu gründen, verdanke ich der mitreißenden und überzeugenden Art von Judith. 

In meinem zukünftigen Blog möchte ich euch regelmäßig über die Entwicklungen von Angelikas Kräuterschätze informieren und viele interessante Themen rund um das Thema Kräuter mit euch teilen. Viele Artikel werden sich um Wildpflanzen drehen, davon bin ich einfach sehr fasziniert. Lasst euch also überraschen! Wer aber selbst Ideen oder Wünsche zu Themen hat, kann sich gerne bei mir melden


Was war 2021 sonst noch los?

Homeschooling wegen Corona-Lockdown

Dieses spezielle Schulform - sprich: Kinder bleiben zuhause, Eltern bearbeiten den Schulstoff mit ihnen - haben wir dieses Jahr mehrfach erlebt. Teilweise aufgrund Schulschließungen, teilweise aufgrund Quarantäne einzelner oder aller Kinder. Ich möchte hier nicht auf die Sinnhaftigkeit dieser Maßnahme eingehen, darüber hat sicher jeder seine eigene Meinung. Aus meiner Erfahrung mit drei Schulkindern und einem Kindergartenkind zuhause kann ich aber sagen, dass es unter solchen Umständen trotz aller Bemühungen nicht möglich ist, einen vernünftigen "Heimunterricht" zu gestalten. Das führt unter anderem dazu, dass der Jüngste tagelang seine Lieblingssendungen im Fernsehen anschauen "darf".  

Blick vom Zehn-Meter-Sprungturm
Blick vom Zehn-Meter-Sprungturm

Urlaub am Millstätter See: 10 Tage Sonne

Bereits zum zweiten Mal haben wir im Sommer 10 Tage am Millstätter See verbracht. Auf dem Campingplatz der Familie Mössler in Döbriach waren wir in einem Mobilheim untergebracht. Bevor wir Ende August losfuhren, hat es hier in Maishofen tagelang geregnet und die Temperaturen waren eher herbstlich. Als wir in Döbriach ankamen, brach die Sonne durch und hat uns den ganzen Urlaub begleitet. Es war Anfang September noch so warm, dass wir mehrmals im See schwimmen waren. Mein persönliches Urlaubshighlight: Ausblick vom  10-Meter-Sprungturm im Strandbad Millstatt. Ich hatte schon wacklige Knie als ich oben stand, niemals würde ich da runterspringen!! 

Der Schatz war nicht so toll, aber das Wetter dafür wunderbar!
Der Schatz war nicht so toll, aber das Wetter dafür wunderbar!

Auf Schatzsuche

 

Nachdem das reine Spazierengehen bei den Kindern irgendwie nicht  mehr so gut ankommt, haben wir uns im Frühling am Geocaching versucht. Wer den Begriff nicht kennt: Jemand versteckt einen "Schatz" und veröffentlicht die Koordinaten dazu. Wir haben uns also einen Schatz in der Nähe ausgesucht - davon gibt es erstaunlich viele - und sind mit dem Handy bewaffnet losgezogen. Leider haben wir gleich beim ersten Mal einen ziemlich schweren Cache erwischt, der wirklich schlecht zu finden war. Die Kinder haben die Lust verloren und als ich dann endlich die Tupperdose mit "Schatz" gefunden hatte, waren keine Schätze drin, sondern nur ein Zettel, in den man sich eintragen sollte. Fazit:  Mir hat es mehr Spaß gemacht als den Kindern. 


Was plane ich für 2022

  • Dieser Jahresrückblick soll der Auftakt sein für meinen Blog. Ich möchte euch hier regelmäßig spannende und informative Artikel rund um das Thema Kräuter und Kräuterprodukte anbieten.
  • Im Garten möchte ich nächstes Jahr ein weiteres Kräuter-Beet anlegen.
  • Mein Sortiment möchte ich um mindestens zwei Produkte erweitern. 

Kommentar schreiben

Kommentare: 1
  • #1

    Daniel Brumme (Montag, 20 Dezember 2021 22:55)

    Hallo Angelika,

    sehr schöner Jahresrückblick - danke! (c:

    In so vielem kann ich mich wiederfinden: Die Sache mit der Kinderbetreuung, neu angelegte Beete, ein neues Blog (hab im Frühjahr damit begonnen und tobe mich auf derbrumme.de aus), die Pflanzendisko (im Frühjahr wird gefühlt die halbe Speisekammer zur lila Kinderstube, wobei das von außen eher nach "Amsterdamer Hafenpuff" aussieht... Die Nachbarn sind dann immer "diplomatisch neugierig", was denn da wachse... *g*), aber auch die sommerlichen Schneckenjagden, oh ja.

    Oh, und Hackschnitzel sind beim Gärtnern wirklich ein echter "game changer". Nicht mal so sehr wegen der Schnecken, sondern mehr weil die das Un-/Beikraut unterdrücken und vor allem das Gießen sparen. Das war in diesem kühlen und feuchten Jahr nicht so offensichtlich, aber die drei heißen & trockenen Gartenjahre vorher war das echt der Wahnsinn.

    Liebe Grüße von einem Wurzelwerker zum anderen
    Daniel


Bio-Imkerei und Kräuterschätze

in den Pinzgauer Bergen

Matthias Herzog und Angelika Schukraft

Unterreit 31

5751 Maishofen

mobil: 0043  0664 73750894

Email: angelika.schukraft@biohonig-herzog.at

Internet: www.biohonig-herzog.at

 

Unser  Hofladen:

Da wir keine festen Öffnungszeiten haben, könnt ihr jederzeit vorbeikommen, es ist meist jemand zuhause. Bei längerer Anfahrt oder größeren Mengen könnt ihr vorher anrufen oder eine WhatsApp schicken, damit ihr nicht umsonst vorbei kommt.

Bitte bei Schukraft/Herzog klingeln.

Wenn euch unsere Website gefällt, teilt sie gerne:

Folgt Angelikas Kräuterschätze auf Facebook:

Blogheim.at Logo