2021 war ein Jahr voller Unwägbarkeiten für mich und meine Familie: Durch Corona gab es ein ständiges Auf und Ab. Schulen waren mal offen, dann wieder geschlossen. Mit unseren vier Kindern war das eine der größten Herausforderungen des vergangenen Jahres. Daneben gab es natürlich immer wieder Quarantäne für die Kinder, was ebenfalls sehr schwierig war. 

Trotzdem habe ich mich bereits im Vorjahr dazu entschlossen: Dieses Jahr geht es los, ich will meinen Kräutergarten ausbauen und endlich damit anfangen, Kräuterprodukte zu vermarkten. und - um es vorweg zu nehmen - es hat geklappt, ich habe jetzt verschiedenen Sorten Kräuter-Sirup und Kräutertee-Mischungen in meinem Verkaufsregal stehen.

 

Am Anfang stand: Graben, graben, graben

Wer einen großen Garten will, braucht gut strukturierte Beete. Deshalb habe ich im Frühjahr meine bestehenden Beete mit alten Dachziegeln eingefasst. Dabei kam mit der Lockdown wider Erwarten zu Hilfe, denn meine Kinder haben kräftig mitgearbeitet. Auf dem Bild seht ihr, wie mein Sohn gerade den Graben für die Ziegel aushebt. Auf diese Weise haben wir jetzt umrandete Beete für Minze, Apfelminze und Erdbeeren.

 

Neue Heimat für Melisse & Co

Da ich aber zusätzlich viel Zitronenmelisse anbauen wollte, stand schnell fest: Der Platz reicht noch nicht, wir müssen noch weitere Beete anlegen. Auf einer Wiese ist das gar nicht so einfach, denn ich wollte die Grasnarbe nicht abgraben, das fand ich zu beschwerlich. So habe ich mich für das Kartonsystem entschieden: Man legt dazu eine Lage Karton auf das kurzgeschnittene Gras und füllt darauf etwa 30 Zentimeter Erde. Das führt dazu, dass das Gras unter dem Karton abstirbt. Der Karton zersetzt sich dann innerhalb einiger Wochen. Ich war gegenüber diesem System sehr skeptisch, ich konnte mir nicht vorstellen, dass der dünne Karton das sehr vitale Gras unterdrückt. Aber ich muss sagen: Es hat geklappt, diese Beete sind zwar nicht frei von Unkraut, aber es hält sich in Grenzen.

 

Bereits 2020 haben wir 4 große Hochbeete gebaut, die sich sehr bewährt haben. Hier pflanze ich jedes Jahr verschiedenes Gemüse an: Neben Kohlrabi, Roten Rüben, Zucchini und Kürbis wächst hier natürlich auch alles, was in die Salatschüssel kommt. Für die Kräuterproduktion nutze ich die Hochbeete nur am Rande. Dill, Schnittlauch und Kapuzinerkresse finden dort ihren Platz.

 

Hackschnitzel-Rallye 

Schnecken sind ja ein Thema, über das Gärtnerinnen und Gärtner 24 Stunden am Tag reden könnten, besonders im Frühsommer bei Regen. Um diesen Tierchen Herr zu werden, haben wir im Frühjahr Hackschnitzel zwischen unseren Beeten verteilt, vorher war hier Gras. Diese zu verteilen hat viel Spaß gemacht! Mein Mann hat uns eine ganze Ladung vor den Garten gekippt und die Kinder und ich haben sie mit allen Fuhrgeräten, die zu Verfügung standen, verteilt. Super Aktion!

 

Meine Melisschen, die kleinen Zicken

Da ich im Frühjahr immer recht viele Jungpflanzen benötige, ziehe ich die meisten davon selbst vor. Dies spart einerseits Geld und so kann ich mir die Sorten selbst aussuchen. Dieses Jahr habe ich zum ersten Mal nicht nur Gemüse- und Salatpflanzen selbst gezogen, sondern auch rund 40 Zitronenmelissen. Meine "Melisschen" waren am Anfang richtige Zicken: Die erste Aussaat wollte nicht keimen und das, obwohl ich mir alle Mühe gegeben habe. Melissen sind Lichtkeimer, das heißt, der Samen darf nur auf die Erde gestreut und nicht bedeckt werden. Gleichzeitig dürfen die Keimlinge aber keinesfalls austrocknen und zu viel Feuchtigkeit ist auch schlecht. Kurz und gut - beim zweiten Versuch hat es geklappt und ich habe zwischenzeitlich ein ganzes Beet voll  Zitronenmelissen-Pflanzen, deren Blätter ich dieses Jahr zum ersten Mal zu einem erfrischenden zitronigen Sirup verarbeitet habe. 

 

Pflanzen-Disko

Ein weiteres Garten-Highlight war in diesem Frühjahr eine Lampe zum Keimen der Pflanzen. Häufig ist es im Haus gerade im Frühling nicht hell genug, dass sich die jungen Pflanzen optimal entwickeln können. Eine solche Lampe versorgt sie mit genau dem richtigen Lichtspektrum - im Foto seht ihr den super Disko-Effekt. Das hat bei mir wirklich Wunder gewirkt: Die Keimung von  Gemüse- und Salatpflanzen, aber auch von Königskerzen und Malven hat super funktioniert. 

 

Hollersirup als Prototyp

Das erste Produkt, das ich in Flaschen gefüllt und etikettiert haben, war der Holunderblüten-Sirup. Dieses wunderbar nach Frühsommer schmeckende Getränk entstand wiederum mit der Hilfe meiner Kinder. Gemeinsam haben wir mehrmals die Blüten unseres Holunderstrauchs geerntet und in 10 Liter-Töpfen zu Sirup verarbeitet. Es war ein tolles Gefühl, die ersten Flaschen mit Etikett in unser Verkaufsregal zu stellen. Im Lauf des Jahres sollten noch viele weitere Flaschen folgen.

 

Die Wildkräuterernte: Ein Abenteuer für sich

Neben Sirup stelle ich zurzeit auch Kräuterteemischungen her. Dafür habe ich den ganzen Sommer über Kräuter aus dem Garten und der umliegenden Natur geerntet und getrocknet. So habe ich zusammen mit meinen Kindern einen Nachmittag am Waldrand verbracht, um Brennnesseln zu ernten. Die Kinder haben verständlicherweise bald aufgegeben und lieber Steinburgen gebaut, während ich mit Handschuhen bewaffnet den Brennnesseln zu Leibe gerückt bin. 

 

Auch Rotklee haben wir im Sommer gepflückt. Zu dieser Zeit stand gerade das Gras in voller Blüte, leider leide ich unter Heuschnupfen. So habe ich den Klee dieses Jahr mit einer FFP2-Maske im Gesicht gepflückt - Corona sei Dank haben wir diese ja jetzt immer zur Hand. Leider habe ich von dieser Aktion kein Foto, schade.

 

Lindenblüten gehören zu den Pflanzenteilen, die gerade im Winter gerne in Teemischungen verwendet werden, da sie gegen Infekte und Fieber helfen. Also habe ich mich aufgemacht, die Lindenbäume hier im Umfeld zu suchen, die man am besten ohne Leitern beernten kann. Fündig geworden bin ich am Zeller See. Die Äste dieser Bäume sind mit einem einfachen Hocker gut zu erreichen. Schön waren auch die vielen Kommentare der vorbeiflanierenden Spaziergänger. Lindenblüten scheinen sehr bekannt zu sein.  


Bio-Imkerei und Kräuterschätze

in den Pinzgauer Bergen

Matthias Herzog und Angelika Schukraft

Unterreit 31

5751 Maishofen

mobil: 0043 (0)664 73750894

Email: angelika.schukraft@biohonig-herzog.at

Internet: www.biohonig-herzog.at

 

Unser  Hofladen:

Wenn wir zuhause sind, könnt ihr bei uns jederzeit einkaufen.

Bei längerer Anfahrt bitte vorher anrufen und Termin vereinbaren,

damit ihr nicht umsonst vorbei kommt.